Kurse werden geladen …
inotoken

Altcoins & DeFi · Technik im Vergleich

Ethereum und Bitcoin im Vergleich

Beide Netze nutzen eine Blockchain, aber sie lösen verschiedene Aufgaben und bezahlen dafür verschiedene Preise. Dieser Text stellt Zweck, Konsens, Geldmenge, Gebühren und Staking nebeneinander, jeweils mit der Quelle, aus der die Zahl stammt.

Von der inotoken RedaktionStand 13.09.20267 Min. LesezeitGeprüft, mit Quellen
Symbolbild mit mehreren Krypto-Münzen, im Vordergrund eine Ethereum-Münze auf dunklem GrundKI-Symbolbild
Die Antwort in einem Satz

Bitcoin ist ein Zahlungsnetz mit fester Obergrenze von 21 Millionen Einheiten und Proof of Work, Ethereum seit dem 15. September 2022 eine Plattform für Programme mit Proof of Stake, ohne Obergrenze, mit 12 Sekunden je Slot statt 10 Minuten je Block.

Bitcoin und Ethereum laufen beide auf einer Blockchain, lösen aber verschiedene Aufgaben. Das Bitcoin-Whitepaper vom 31. Oktober 2008 trägt den Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, der erste Block entstand am 3. Januar 2009. Ethereum startete am 30. Juli 2015 um 15:26 Uhr UTC mit Block 0 und versteht sich als Plattform, auf der Programme laufen. Aus diesem Unterschied im Zweck folgen fast alle anderen Unterschiede.

Zwei Netze, zwei Aufgaben

Ein Smart Contract ist nach der Entwicklerdokumentation von Ethereum „ein Programm, das auf der Ethereum-Blockchain läuft“, also eine Sammlung von Code und Daten an einer festen Adresse. Geschrieben wird er meist in Solidity oder Vyper. Veröffentlichte Verträge lassen sich standardmäßig nicht löschen, und Zugriffe darauf sind nicht umkehrbar. Der Code ist öffentlich einsehbar. Auf dieser Grundlage entstehen Stablecoins, Tauschprotokolle und Staking-Verträge.

Bitcoin verfolgt ein engeres Ziel. Das Whitepaper beschreibt Zahlungen, die „direkt von einer Partei zur anderen“ gehen, ohne dass ein Finanzinstitut dazwischensteht. Wer Bitcoin überweist, braucht keine Vertragslogik, sondern Bestätigungen. Nach der Projektseite kommt im Mittel etwa alle 10 Minuten ein Block dazu; wann die erste Bestätigung fällt, ist Zufall, und eine garantierte Ober- oder Untergrenze gibt es nicht. Wer zu wenig Gebühr bietet, wartet länger. Wie Blöcke, Hashes und Bestätigungen zusammenhängen, steht ausführlich in unserem Text zur Funktionsweise einer Blockchain.

Proof of Work gegen Proof of Stake

Bitcoin sichert seine Kette mit Rechenarbeit. Das Whitepaper nennt das Verfahren „one-CPU-one-vote“: Die längste Kette ist die, in die am meisten Arbeit geflossen ist. Gesucht wird ein Wert, dessen SHA-256-Hash mit einer bestimmten Anzahl Nullen beginnt. Im Mittel entsteht so alle 10 Minuten ein Block, die Schwierigkeit passt sich laufend an.

Ethereum hat dieses Verfahren am 15. September 2022 um 06:42:42 Uhr UTC bei Block 15.537.394 abgelegt. Seither zählt nicht mehr Rechenleistung, sondern hinterlegtes Kapital. Der Stromverbrauch des Netzes sank nach Angabe der Projektseite um geschätzte 99,95 Prozent. Die Zeit läuft seitdem in Einheiten von 12 Sekunden, „Slots“ genannt, und 32 Slots ergeben eine Epoche. In jedem Slot schlägt ein zufällig gewählter Validator einen Block vor.

Auch die Angriffsrechnung ändert sich. Bei Bitcoin braucht ein Angreifer die Mehrheit der Rechenleistung. Bei Ethereum wäre die Mehrheit des hinterlegten Ethers nötig, und wer einen bereits finalisierten Block rückgängig machen will, muss nach der Dokumentation mehr als ein Drittel des gesamten eingesetzten Ethers aufbringen und verbrennen.

Feste Obergrenze gegen offene Ausgabe

Bitcoin hat eine harte Grenze: Es werden nie mehr als 21 Millionen Einheiten entstehen. Die Blockbelohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre. Seit dem vierten Halving am 20. April 2024 bei Block 840.000 liegt sie bei 3,125 BTC. Eine Einheit ist in 8 Nachkommastellen teilbar, 1 Bitcoin entspricht 100.000.000 Satoshi.

Ethereum kennt keine solche Grenze. Vor dem Umstieg entstanden nach Angaben der Projektseite rund 4.930.000 ETH je Jahr auf der Ausführungsebene und etwa 620.500 ETH je Jahr auf der Konsensebene, zusammen etwa 4,61 Prozent jährlich. Danach fällt die Ausführungsebene weg. Für den Rest rechnet die Projektseite mit einer angenommenen Menge von 14 Millionen hinterlegten ETH und kommt damit auf etwa 0,52 Prozent im Jahr, also einen Rückgang der Ausgabe um rund 88,7 Prozent. Die 0,52 Prozent sind damit das Ergebnis dieser Annahme und kein gemessener Wert von heute; die Projektseite schreibt selbst, dass die Ausgabe mit dem hinterlegten Bestand schwankt.

Dazu kommt die Verbrennung. Seit dem London-Upgrade am 5. August 2021 bei Block 12.965.000 wird die Basisgebühr jeder Transaktion vernichtet statt ausgezahlt. Die Projektseite rechnet dazu ein Beispiel vor: Bei einer Ausgabe von etwa 1.700 ETH am Tag und einer angesetzten Zielgröße von 15 Millionen Gas je Block würde ein durchschnittlicher Gaspreis von 16 Gwei diese Ausgabe an dem Tag rechnerisch ausgleichen. Beide Eingangsgrößen sind Annahmen dieser Rechnung, keine Messwerte von heute. Die Geldmenge kann also wachsen oder schrumpfen, je nach Nutzung. Eine Zusage ist das nicht.

Was Gas ist und warum Gebühren schwanken

Gas misst bei Ethereum den Rechenaufwand einer Aktion. Eine einfache ETH-Überweisung kostet 21.000 Gas. Abgerechnet wird in Gwei, einer Milliardstel ETH, also 0,000000001 ETH. Die Gesamtgebühr ergibt sich aus verbrauchtem Gas mal der Summe aus Basisgebühr und Trinkgeld. Die Basisgebühr setzt das Protokoll selbst und ändert sie je Block um höchstens 12,5 Prozent, abhängig davon, wie voll der letzte Block war. Jeder Block zielt auf die Hälfte der geltenden Gasobergrenze und darf bis zum Doppelten dieser Zielgröße wachsen, also bis zur Obergrenze selbst. Eine feste Zahl steht dahinter nicht: Die Obergrenze verschiebt sich über die Signalisierung der Validatoren und über Netz-Aktualisierungen.

Wichtig für die Erwartung: Der Umstieg auf Proof of Stake war laut Projektseite „ein Wechsel des Konsensverfahrens, keine Erweiterung der Kapazität“ und sollte die Gebühren nie senken. Günstiger wird es auf Netzen der zweiten Ebene, sogenannten Rollups, die ihre Daten auf Ethereum ablegen und dessen Sicherheit mitnutzen. Bei Bitcoin zahlen Nutzer eine Gebühr je Datenmenge, ohne Basisgebühr und ohne Verbrennung.

Zehn Merkmale nebeneinander

Bitcoin und Ethereum im direkten Vergleich, Stand 13. September 2026
MerkmalBitcoinEthereum
Zweck laut ProjektElektronisches Bargeld ohne MittelsmannPlattform für Programme auf der Kette
Start3. Januar 200930. Juli 2015
KonsensProof of WorkProof of Stake seit 15. September 2022
Zeit je Blocketwa 10 Minuten12 Sekunden je Slot
Obergrenze21 Millionenkeine
Ausgabe je Jahr3,125 BTC je Block seit dem 20. April 2024etwa 0,52 Prozent, gerechnet mit angenommenen 14 Mio. ETH Einsatz
GebührenMarktpreis je DatenmengeBasisgebühr wird verbrannt, dazu Trinkgeld
Kleinste Einheit1 Satoshi, 8 Nachkommastellen1 Wei, 18 Nachkommastellen
Mitmachen als BetreiberRechenleistung, kein fester Betrag32 ETH für einen eigenen Validator
Programme auf der Ketteim Whitepaper nicht vorgesehenSmart Contracts in Solidity oder Vyper

Staking, Validatoren und die zweite Ebene

Wer bei Ethereum selbst validieren will, hinterlegt 32 ETH. Ein Validator kann mit den passenden Abhebe-Berechtigungen bis zu 2.048 ETH tragen. Als Faustregel nennt die Projektseite dafür eine NVMe-SSD mit 4 TB, 64 GB Arbeitsspeicher und eine Leitung mit etwa 50 Mbit/s im Empfang. Einzahlungen erkennt das Netz in rund 13 Minuten, danach folgt eine Warteschlange bis zur Aktivierung.

Das Risiko heißt Slashing. Bei einem Doppelvorschlag oder widersprüchlichen Stimmen werden bei einem 32-ETH-Validator sofort 0,0078125 ETH verbrannt, bei größerem Einsatz anteilig mehr, danach beginnt eine Entfernungsfrist von 36 Tagen, in der der Einsatz weiter abschmilzt. Am Tag 18 kommt eine Zusatzstrafe, deren Höhe davon abhängt, wie viele andere Validatoren in denselben 36 Tagen bestraft wurden. Im Extremfall ist der gesamte Einsatz weg. Abheben ist erst seit dem Shapella-Upgrade am 12. April 2023 bei Block 17.034.870 möglich. Was das für Erträge und Steuern bedeutet, steht im Text zu Staking, Rendite und Risiken; die Zinseszinsrechnung können Sie im Staking-Zinseszins-Rechner selbst durchspielen.

Bitcoin kennt kein Staking. Wer dort mitverdienen will, betreibt Mining und konkurriert um die Blockbelohnung von derzeit 3,125 BTC plus Gebühren.

Was Sie vor dem ersten Kauf klären

Prüfen Sie zuerst, welches der beiden Netze zu Ihrer Frage passt. Wer eine knappe, unveränderliche Geldmenge sucht, redet über Bitcoin. Wer Programme, Stablecoins oder Staking meint, redet über Ethereum. Beides sind eigene Anlagen mit eigenem Totalverlustrisiko, keine Ergänzung zueinander.

  • Klären Sie, ob Sie die Einheiten selbst verwahren oder bei einem Anbieter liegen lassen. Bei Insolvenz des Verwahrers hängt alles daran, wie sauber getrennt wurde.
  • Rechnen Sie mit Gebühren in zwei Schichten: einmal beim Handelsplatz, einmal im Netz selbst. Bei Ethereum kommt die Basisgebühr hinzu, die nicht an Sie zurückfließt.
  • Prüfen Sie bei Ethereum, ob Sie wirklich 32 ETH binden wollen. Kleinere Beträge laufen über Pools, und damit über einen Dritten mit eigenem Ausfallrisiko.
  • Notieren Sie Kaufdatum, Menge und Kurs für jede Tranche. Für die Haltefrist zählt jeder Zugang einzeln.
  • Schlagen Sie unbekannte Begriffe im Glossar nach, bevor Sie eine Transaktion auslösen. Fehler im Netz sind nicht umkehrbar.

Wie sich zwei so verschiedene Anlagen in einem Depot verhalten, können Sie mit dem Portfolio-Mixer durchrechnen. Er zeigt Gewichte und Schwankungen, er gibt keine Empfehlung ab.

Hinweis: Dieser Text erklärt Technik und Regeln. Er ist keine Anlageberatung. Kryptowerte können ihren gesamten Wert verlieren.

Häufige Fragen

Ist Ethereum das bessere Bitcoin?

Nein, die beiden Netze lösen verschiedene Aufgaben und lassen sich deshalb nicht gegeneinander aufrechnen. Bitcoin ist auf Zahlungen und eine feste Obergrenze von 21 Millionen Einheiten ausgelegt, Ethereum auf Programme, die auf der Kette laufen, und verzichtet auf eine Obergrenze. Beide tragen ein Totalverlustrisiko, und beide unterliegen in Deutschland denselben Steuerregeln für private Veräußerungsgeschäfte.

Was hat sich mit dem Merge am 15. September 2022 geändert?

Ethereum hat das Konsensverfahren gewechselt: statt Rechenarbeit sichert seither hinterlegtes Kapital die Kette. Der Stromverbrauch sank nach Angaben der Projektseite um geschätzte 99,95 Prozent, die Ausgabe neuer Einheiten um rund 88,7 Prozent. Gebühren und Geschwindigkeit auf der ersten Ebene blieben weitgehend gleich, denn der Umstieg war ausdrücklich keine Erweiterung der Kapazität.

Warum sind die Gebühren bei Ethereum so schwankend?

Weil das Protokoll die Basisgebühr am Füllstand der Blöcke ausrichtet. Sie ändert sich je Block um höchstens 12,5 Prozent, kann sich bei anhaltender Nachfrage aber über viele Blöcke vervielfachen. Eine einfache Überweisung verbraucht immer 21.000 Gas, der Preis je Gas schwankt. Auf Netzen der zweiten Ebene fallen die Kosten deutlich niedriger aus.

Kann bei Ethereum mehr Ether entstehen, als geplant war?

Es gibt keinen festen Plan im Sinne einer Obergrenze. Die Ausgabe richtet sich danach, wie viel Ether hinterlegt ist. Die Projektseite rechnet mit einer angenommenen Menge von 14 Millionen hinterlegten ETH und kommt damit auf etwa 0,52 Prozent im Jahr; ein gemessener Tageswert ist das nicht. Gegengerechnet wird die verbrannte Basisgebühr. Ob die Menge in einem Zeitraum wächst oder schrumpft, hängt an der Nutzung und lässt sich nicht zusagen.

Brauche ich 32 ETH, um an Ethereum mitzuverdienen?

Für einen eigenen Validator ja, das ist der Mindesteinsatz laut Projektseite. Kleinere Beträge lassen sich über Pools einbringen, dann tragen Sie zusätzlich das Risiko des Anbieters, mögliche Sperrfristen und die Weitergabe von Strafen. Abheben ist erst seit dem Upgrade vom 12. April 2023 möglich, und auch dann gilt eine Warteschlange.

Quellen

  1. The Merge: Umstieg auf Proof of Stake am 15. September 2022ethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  2. Ausgabe von Ether vor und nach dem Mergeethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  3. Gas und Gebühren: Basisgebühr, Trinkgeld und Verbrennungethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  4. Geschichte und Upgrades mit Datum und Blockhöheethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  5. Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash SystemSatoshi Nakamoto, bitcoin.org · 31.10.2008
  6. Häufige Fragen zu Angebot, Teilbarkeit und Bestätigungenbitcoin.org · abgerufen 13.09.2026
  7. Halving: Zeitplan, Blockhöhen und Blockbelohnung seit 2012bitcoin.org · abgerufen 13.09.2026
  8. Smart Contracts: Begriff, Sprachen und Unumkehrbarkeitethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  9. Solo Staking: 32 ETH, Anforderungen und Warteschlangeethereum.org · abgerufen 13.09.2026
  10. Belohnungen und Strafen im Proof of Stake, Slashing und Entfernungsfristethereum.org · abgerufen 13.09.2026