Unternehmenskauf · Ratgeber
Unternehmenskauf: der Ablauf in sieben Schritten
Ein Unternehmen zu kaufen ist kein Spontankauf. Zwischen dem ersten Kontakt und dem Tag der Übergabe liegen meist sechs bis achtzehn Monate. Wer die Schritte kennt, verhandelt sicherer und vermeidet teure Überraschungen.
KI-Symbolbild- Ein klares Suchprofil spart Monate: Branche, Region, Größe und Budget zuerst festlegen.
- Vertraulichkeitsvereinbarung und Absichtserklärung ordnen die Gespräche, bevor sensible Zahlen fließen.
- Die Due Diligence entscheidet über Preis und Vertragsklauseln.
- Finanzierung früh mit der Bank besprechen, nicht erst nach der Einigung.
1. Suchprofil und Finanzrahmen
Am Anfang steht die Frage, welches Unternehmen zu Ihnen passt. Legen Sie Branche, Region, Mitarbeiterzahl und Ertragsspanne fest. Ebenso wichtig ist der Finanzrahmen: Wie viel Eigenkapital bringen Sie mit, und welchen Kaufpreis können Sie mit Bank und Fördermitteln stemmen? Unser Finanzierungsrechner zeigt in wenigen Minuten, welcher Kapitaldienst auf Sie zukommt.
2. Unternehmen finden und ansprechen
Passende Angebote finden Sie auf Marktplätzen wie inotoken, über Kammern, Banken, Steuerberater und spezialisierte Berater. Viele Inhaber suchen still. Ein eigenes Kaufgesuch mit klarem Profil macht Sie für diese Verkäufer sichtbar.
Die erste Ansprache bleibt meist anonym: Der Verkäufer zeigt ein Kurzprofil ohne Namen, der Käufer stellt sich mit Hintergrund und Finanzierungsrahmen vor.
3. Vertraulichkeit und erstes Kennenlernen
Bevor Zahlen, Namen und Kunden offengelegt werden, unterschreiben beide Seiten eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Danach erhalten Sie das Informationsmemorandum mit Geschäftsmodell, Zahlen der letzten Jahre und Organisation. Im persönlichen Gespräch geht es um Chemie, Motive und den groben Zeitplan.
4. Bewertung und indikatives Angebot
Auf Basis der Unterlagen bilden Sie sich ein erstes Urteil zum Wert. Üblich sind Multiplikatoren auf das bereinigte Ergebnis und eine Ertragswertbetrachtung. Unser Unternehmenswert-Rechner macht die Annahmen sichtbar. Ein unverbindliches Angebot nennt Preisrahmen, Struktur und Bedingungen.
5. Absichtserklärung (Letter of Intent)
Einigen sich beide Seiten grundsätzlich, halten sie die Eckpunkte in einer Absichtserklärung fest: Preisrahmen, Kaufgegenstand, Zeitplan, Exklusivität und die Bedingungen für die Prüfung. Die Erklärung ist in den Hauptpunkten meist nicht bindend, Vertraulichkeit und Exklusivität dagegen schon.
6. Due Diligence und Kaufvertrag
In der Prüfung schauen Sie und Ihre Berater in die Bücher: Finanzen, Steuern, Verträge, Personal, Technik und Recht. Was dabei auffällt, fließt in den Kaufpreis oder in Garantien und Freistellungen im Vertrag. Unsere Checkliste zur Due Diligence hilft bei der Vorbereitung. Parallel entsteht der Kaufvertrag, beim Kauf von GmbH-Anteilen mit notarieller Beurkundung.
7. Unterzeichnung, Vollzug und Übergabe
Mit der Unterschrift (Signing) ist der Vertrag geschlossen, mit dem Vollzug (Closing) gehen Eigentum und Kaufpreis über. Dazwischen liegen oft Bedingungen wie die Zusage der Bank. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten informieren und die Einarbeitung mit dem bisherigen Inhaber gestalten.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Unternehmenskauf?
Bei kleinen und mittleren Unternehmen meist sechs bis achtzehn Monate vom ersten Kontakt bis zur Übergabe. Gut vorbereitete Verkäufer und eine früh geklärte Finanzierung verkürzen die Zeit deutlich.
Brauche ich einen Berater?
Für Bewertung, Steuern und Vertrag lohnt sich fachliche Unterstützung fast immer. Steuerberatung und eine auf Unternehmenskäufe spezialisierte Kanzlei gehören zum Standard, bei größeren Transaktionen zusätzlich ein M&A-Berater.
Was kostet ein Unternehmenskauf neben dem Kaufpreis?
Hinzu kommen Beratung, Due Diligence, Notar und Bankgebühren. Rechnen Sie je nach Größe mit einigen Prozent des Kaufpreises und planen Sie diese Kosten in der Finanzierung ein.

